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Stadtmarketing Hockenheim

Oberbürgermeister Dieter Gummer im Interview zum weiteren Prozess Seit Anfang des Jahres beschäftigt sich eine Steuerungsgruppe intensiv mit dem weiteren Prozess des Stadtmarketing in Hockenheim. Oberbürgermeister Dieter Gummer erläutert im Interview Ansatz, Prozess und weitere Schritte des individuellen ganzheitlichen Hockenheimer Stadtmarketing.

Herr Gummer, die Stadt Hockenheim macht jetzt auch Stadtmarketing. Ist das eine reine Modeerscheinung oder worum geht es der Stadt?
Wir als gesamte Stadt stehen im Wettbewerb mit anderen Kommunen. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, müssen wir uns diesem stellen. Dieser Herausforderung wollen wir uns aktiv stellen. Das Ziel des Stadtmarketing ist, langfristig die Wettbewerbskraft des Standorts Hockenheim zu stärken.

Geht es dabei vor allem um die Innenstadt?
Es geht um Hockenheim als Ganzes. Dazu gehört die Innenstadt, dazu gehören aber auch das Gewerbegebiet Talhaus und das gesamte übrige Stadtgebiet. Hockenheim soll als Wirtschaftsstandort, als Wohnort, als Einkaufsort, als Ausrichter von großen Events, für die eigenen Bürger und für Gäste aus nah und fern attraktiv sein. Denn das alles gehört zum Wirtschaftsstandort Hockenheim dazu.

Andere Städte gründen zuerst eine Stadtmarketing-GmbH oder einen Stadtmarketing-Verein. Wer kümmert sich in Hockenheim um das Stadtmarketing?
Es gibt fast immer verschiedene Wege, um zu einem Ziel zu kommen. Nehmen wir als Beispiel den Fußball: Bei der WM in diesem Sommer begeisterte uns die junge deutsche Mannschaft mit ihrem Spiel und ihrem Führungsteam. Der Erfolgsfaktor lag hier klar beim Mannschaftsgeist: Jeder versuchte, den anderen zu unterstützen und alle haben begriffen, dass man in einer starken Mannschaft selber noch stärker wird.
Hier setzen wir an. Unser Stadtmarketing setzt auch auf Hockenheim als Ganzes und insofern natürlich auch auf den Erfolgsfaktor Mannschaftsgeist, bei dem man sich gegenseitig die Bälle zuspielt. Ganzheitliches Stadtmarketing ist deshalb eine anspruchsvolle Gemeinschaftsaufgabe. Mir lag aus diesem Grund daran, zunächst parteiübergreifend einen breiten, tragfähigen Konsens über den Prozess des Stadtmarketing Hockenheim herbeizuführen und mit der praktischen Arbeit zu beginnen. Die Gründung einer Stadtmarketing-GmbH oder ähnlichem ist deshalb ein nachgeordnetes Thema, im Vordergrund steht der Ansatz, Stadtmarkting mit dem Ziel zu betreiben, die Wettbewerbsstärke des Standortes zu stärken.

Was haben Sie bisher konkret gemacht?
Mit einer einführenden Informations-Veranstaltung für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wurde der Stadtmarketing-Prozess der Stadt Hockenheim am 25. März 2010 eröffnet. Mit einem Strategie-Workshop am 16. April 2010 wurden die Grundlagen der weiteren Arbeit gelegt und die Steuerungsgruppe des Stadtmarketing etabliert. Dazu gehören neben mir im Moment die Vorsitzenden der Fraktionen im Gemeinderat, die Vorsitzenden und Stellvertreter des Gewerbevereins Hockenheim und des Vereins „Lebendiges Hockenheim“ sowie Mitarbeiter der Verwaltung. Am 18. Mai 2010 wurde in Gemeinschaftsleistung dieser Steuerungsgruppe eine erste „Inventur“ der Stärken und Aktiva Hockenheims erstellt, deren Ergebnisse nun weiter genutzt werden.

Wie geht es jetzt weiter?
Der nächste Schritt besteht in der Erweiterung des Kreises der am Stadtmarketing-Prozess beteiligten Personen. Entscheidungsträger  aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft werden gebeten, ihre Sichtweisen einzubringen und die Datenbasis um Daten und Fakten aus ihren Sektoren anzureichern. Hier unterstützt uns unser externer Moderators Dr. Eggers, der unseren Stadtmarketingprozess fachlich begleitet. Außerdem werden wir erste gemeinsame Projekte umsetzen, die bereits „reif“ sind. Zum Beispiel hat die Diskussion der Inventurbefunde ergeben, dass es Zeit ist, einen Einkaufsführer herauszugeben, der das Angebot der Innenstadt darstellt. Dieses Projekt hat unsere Wirtschaftsförderung bereits in Angriff genommen. Wir überstürzen aber nichts, denn schließlich wollen wir langfristig und parteiübergreifend erfolgreich arbeiten und nicht nur kurzfristig mit einzelnen Projekten Aufmerksamkeit erregen.

Wie wird bei so vielen Personen sichergestellt, dass alles gut zusammenspielt?
Der Stadtmarketingprozess wird vom Rathaus aus geführt, extern unterstützt, wichtige Aufgaben wurden an die Verwaltung übertragen, vor allem die interne Abstimmung, die Steuerung des Informationsflusses und auch die zügige Umsetzung erster Vorschläge.

Können sich auch interessierte Bürger am Stadtmarketing beteiligen?
Nicht nur können, sondern müssen, denn es geht um Hockenheim als Ganzes. Wir führen z. B. ein „Ideenbuch“, in dem alle Vorschläge gesammelt werden, auch die, die vielleicht etwas exotisch anmuten mögen. Wir sehen dann, was sich davon realisieren lässt. Und vor allem zähle ich auf die Mitwirkung unserer Vereine und Kirchen.


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