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Wer will was im Wald?

Neuer Forschungsansatz zur Bedeutung des Waldes für die Gesellschaft - Wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem spannenden Thema werden auch aus dem Rhein-Neckar-Kreis kommen! „Nutzen Sie die Gelegenheit und machen Sie mit“, wirbt der Leiter des Kreisforstamtes Rhein-Neckar-Kreis für die jüngst gestartete online-Umfrage.

Wer aus Bäumen Bretter sägt, kennt den Wert des Waldes. Wer im Wald Bauland schafft, kennt ihn auch. Wie aber erkennt man den Wert von Wäldern, in denen Kinder spielen oder Senioren spazieren gehen? Wie erfährt man, unter welchen Bäumen sich die Menschen am besten erholen? Was weiß man über die Lieblingsplätze von Waldgästen, die joggen, Rad fahren, reiten oder ihre Hunde ausführen? Das Forschungsteam der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg, das sich mit diesen Fragen beschäftigt, hat bereits 3000 zufällig ausgewählte Haushalte rund um die Schwetzinger Hardt angeschrieben und hofft auf zahlreiche Teilnahme. An der repräsentativen Umfrage haben sich neben Heidelberg und Schwetzingen auch Oftersheim, Sandhausen, Leimen, Walldorf, Hockenheim, Reilingen und St. Leon Rot beteiligt. Zusätzlich können alle Interessierte unter dem link: www.schwetzingerhardtwald.de mitmachen.

Das Forschungsprojekt ist groß angelegt. Gemeinsam mit den Forstverwaltungen in Stuttgart, Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Kreis arbeitet die FVA an neuen Wegen, um dem Wert eines stadtnahen Waldes besser zu verstehen. Zwei Ideen stehen dabei im Mittelpunkt: Der Wald wird als Gesundheitsfaktor in seiner Bedeutung für das Klima, den Wasserschutz und die Luftreinheit ökonomisch bewertet. Vor allem aber erstellen die Forschenden gemeinsam mit den Menschen, die den Wald täglich nutzen, ein gemeinsames Bild ihres Waldes. Im Rahmen von Befragungen und Mit-Mach-Aktionen entstehen so Karten, die den sozialen und kulturellen Wert von Wäldern rund um die Städte in Baden-Württemberg differenziert darstellen.

„Wir müssen endlich den ganzen Wert des Waldes in den Blick nehmen, wenn wir über urbanen Wald reden. Dazu gilt es, vor allem die Brille der Waldbesuchenden aufzusetzen“, fordert Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Schraml von der FVA. Gerade in dicht besiedelten Gebieten beraten derzeit mehrere Städte in Baden-Württemberg darüber, ob Wald für weiteren, dringend benötigten Wohnraum weichen soll? Eine politische Abwägung fällt schwer, da meist nur für den wirtschaftlichen und den ökologischen Wert von Waldflächen detaillierte Daten vorliegen. Der Wert des Waldes für die Gesundheit, die Naherholung und das Zusammenleben verschiedener Kulturen in der Stadt wird bislang nicht systematisch erfasst und somit auch nicht berücksichtigt. „Wir erhoffen uns eine breite Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer drei Modellregionen. Unter dem Motto „wer will was im Wald“ möchten wir mehr von den Menschen über deren Wertschätzung bestimmter Waldorte lernen“, meint Schraml.

Weitere Informationen dazu gibt es beim Kreisforstamt unter 06223/866 536-7600 oder direkt bei der FVA unter 0761/4018-249.




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