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20. Hockenheimer Unternehmer-Treffen im Johanneshof: Vom landwirtschaftlichen Betrieb zum Unternehmen mit 120 Mitarbeitern

20. Hockenheimer Unternehmer-Treffen im Johanneshof: Vom landwirtschaftlichen Betrieb zum Unternehmen mit 120 Mitarbeitern

Kalt lässt es Gastwirt Harald Schlumpp bis heute nicht, wenn er sich an den sehr regnerischen Tag vor mehr als 25 Jahren zurückerinnert: Denn das der „Johanneshof“ eine solche Erfolgsgeschichte werden würde, schien am 1. Mai 1991 alles andere als wahrscheinlich. Gerade einmal ein Gast hatte sich in die neu eröffnete Gartenwirtschaft mit den fünf vom Vater handgezimmerten Tischen verirrt. „Mit unseren Freunden waren wir zu acht und haben uns gestritten, wer den Gast bedienen darf. Ich war schon furchtbar enttäuscht, auch wenn ich es mir nicht anmerken ließ“, blickt Schlumpp beim 20. Unternehmer-Treffen der Stadt Hockenheim zurück.

Doch der holprige Anfang ließ das Unternehmerduo Harald Schlumpp und Johannes Härdle nicht mutlos werden. Mit „kompromissloser Qualität“ setzten sie weiter auf ihr Konzept und der Erfolg gibt ihnen Recht: Zahlreiche Gäste lassen sich heute an schönen Sommertagen im Johanneshof verwöhnen. Sie kaufen Obst, Gemüse und regionale Produkte direkt im Hof- oder Stadtladen ein und bescheren dem Unternehmen „Johanneshof“ so ganz ordentliche Umsatzzahlen.
 
Rund 50 Unternehmer blickten beim Hockenheimer Unternehmer-Treffen auf Einladung der Wirtschaftsförderung der Stadt Hockenheim hinter die Kulissen des „Johanneshof“, der noch vor 30 Jahren ein klassischer land-wirtschaftlicher Betrieb mit Kühen und Ackerbau war. Nach einleitenden Worten von Wirtschaftsförderer Donald Pape lud Johannes Härdle zum Rundgang über den Hof ein. „1960 haben wir uns hier draußen in der See-waldsiedlung mit zwölf Hektar Fläche angesiedelt. 1989 waren wir bei 60 Hektar und 250 Mastbullen. Doch schon da war klar, dass mit dieser Be-triebsstruktur keine nachhaltige Perspektive mit auskömmlichen Einkom-men möglich ist“, so Härdle. Die „geselligen Tierchen“ Harald Schlumpp und Johannes Härdle bauten deshalb den Betrieb nach und nach um: Von Weizen, Mais und Zuckerrüben zu Erdbeeren, Himbeeren, Mirabellen, Tomaten, Auberginen, Melonen, Spargel und vielen weiteren Beerensorten – die heutige Produktion orientiert sich vollständig an den Bedürfnissen der Kunden in den Direktläden und der Gastronomie.
 
„Dabei war mir der Obstbau zunächst völlig fremd, ich habe mir erst einmal das Wissen mit Experten aneignen müssen“, so Härdle. Davon merkt man heute nichts mehr, wenn der Landwirt mit Leidenschaft erläutert, mit wel-chen Mitteln er „seine“ Himbeeren und Tomaten ohne Pestizide und Chemie anbaut. „Unsere Beeren werden gegessen, ohne dass sie vorher gewaschen werden müssen“, so Härdle. Als wichtigen Erfolgsfaktor in der Direktvermarktung sieht er, das Vertrauen der Kunden bedingungslos zu erfüllen – mit hochwertigen Produkten und Transparenz in der Produktion.

Diese kompromisslose Qualität findet sich auch in der Gartenwirtschaft, in der man auf Fachleute setzt, mit ausgebildeten Köchen sowie Bäcker- und Konditormeistern. „‚Geht noch‘ ist zu schlecht“, verdeutlicht Schlumpp sein Motto. Lieber verliere er Geld als Vertrauen. Und Vertrauen, so Schlumpp weiter, sei auch bei der Mitarbeiterführung wichtig: Denn die Mitarbeiter im Johanneshof genießen einen hohen Stellenwert, die Schlumpp „nicht ein-fach arbeiten lasse, sondern mit denen ich mitarbeite“.

Insgesamt beschäftigt der Johanneshof rund 120 Mitarbeitern ohne Erntehelfer, darunter über 50 Festangestellte, die in Landwirtschaft, Gastronomie, den Läden oder im Gästehaus beschäftigt sind. Von der Qualität der Produkte überzeugten sich im Anschluss an den Fachvortrag die anwesenden Hockenheimer Unternehmen, die das 20. Hockenheimer Unternehmer-Treffen der Wirtschaftsförderung der Stadt Hockenheim erneut zum Anlass nahmen, sich auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Netzwerkarbeit zu betreiben.

Mehr Informationen zum Hockenheimer Unternehmer-Treffen bei der Stadtverwaltung Hockenheim, Abteilung Wirtschaftsförderung, Donald Pape und Sylvie Rese, Telefon 06205 21-201 oder E-Mail d.pape@hockenheim.de.

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Erstellt am: 2017-06-30 14:17:00
Gedruckt am: 26. Mai 2018