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Natura 2000

Natura 2000 ist ein Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung europäisch bedeutsamer Lebensräume sowie seltener Tier- und Pflanzenarten. Die rechtliche Grundlage dieses grenzüberschreitenden Naturschutznetzwerks bilden die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union. Nach den Vorgaben dieser beiden Richtlinien benennt jeder Mitgliedstaat Gebiete, die für die Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten sowie typischer oder einzigartiger Lebensräume von europäischer Bedeutung wichtig sind.

Flora-Fauna-Habitat-Gebiete

Übersichtskarte FFH-Gebiete

Vogelschutzgebiete 

Das nachzumeldende Vogelschutzgebiet „Rheinniederung Altlußheim – Mannheim“ ist 3994 ha groß und soll mit dem bestehenden Vogelschutzgebiet Ketscher Rheininsel (474 ha) zusammengefasst werden. Es erstreckt sich auf Flächen von sechs Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises und des Stadtkreises Mannheim.

Zum überwiegenden Teil steht das Gebiet bereits unter Schutz (FFH-Gebiet, NSGs, LSGs, siehe Datenblatt). Der restliche Teils des Gebiet fällt hauptsächlich auf die Wasserflächen des Rheins und der Kollerinsel. Das Gebiet liegt im Naturraum Nördliche Oberrhein-Niederung, der die Mäanderzone des Rheins umfasst. Hier finden sich die typischen Elemente dieser Natur- und Kulturlandschaft in vielfältiger Ausbildung und Durchmischung. An den Rhein und seine Altarme mit Kies- und Sandbänken schließt der oft von Schluten durchzogene Weichholzauwald an, der auf höherem Gelände in den Hartholzauwald übergeht. In Teilbereichen des Gebiets herrscht noch die natürliche Hochwasserdynamik. Rund 85 % des Gebiets sind nicht bewaldet und weisen neben intensiv bewirtschafteten Flächen zahlreiche wertvolle Strukturelemente, wie sekundäre Feuchtbiotope, Reste größerer Wiesenflächen, Riede, Hecken, Gebüsche, Baumgruppen und Einzelbäume, auf. Die hohe Strukturvielfalt und die vergleichsweise ruhige Lage erklären den Reichtum an Vogelarten. Mit über 100 nachgewiesenen Vogelarten, darunter ein Drittel der „Roten Liste“ Baden-Württembergs, ist das Gebiet für den Vogelschutz von besonderer Bedeutung. Nach der Vogelschutzrichtlinie sind hier vor allem die Brutvorkommen des seltenen Blaukehlchens sowie die Vorkommen der Saatgans von Bedeutung, die sich im Winter regelmäßig am nördlichen Oberrhein einfindet. Das Blaukehlchen benötigt Röhrichte und Gebüsche zum Brüten, auf offenen Flächen sucht es nach Nahrung. Störungen der Kernbereiche des Vogelschutzgebietes durch Besucher sollten auf ein Minimum reduziert sein, um den Schutz dieser Art zu gewährleisten. Gleiches gilt für die Rastplätze der Saatgänse, die sich auf den im Winter weithin offenen Landwirtschaftsflächen von Ernteresten und Pflanzen ernähren. Die Vorkommen beider Arten begründen zusammen mit denen von Schwarzmilan, mehreren Spechtarten und Neuntöter, die Abgrenzung des Vogelschutzgebietes. Die Offenlandflächen dienen obendrein auch als Jagdgebiet für Rotmilan, Wespenbussard und Rohrweihe.

Auswirkung auf Landnutzung und Planung:

Allgemein
Schutz und Erhaltung der Lebensräume und Bestände der angesprochenen Vogelarten.  

Landwirtschaft
Erhaltung der bisherigen Nutzungsformen und Landschaftselemente (z.B. kein großflächiger Grünlandumbruch, keine Beseitigung von Gebüschen, Schilfmahd und Grabenarbeiten nur abschnittweise und im Winter). Fördermöglichkeiten für extensive Bewirtschaftung (MEKA) und Vertragsnaturschutz (Landschaftspflegerichtlinie). 

Forstwirtschaft
Naturnahe Waldwirtschaft mit Förderung der Auwälder; Erhaltung von Bäumen mit Horsten und Höhlen; Fördermöglichkeiten für extensive Bewirtschaftung nach der Richtlinie Naturnahe Waldwirtschaft.

Planungen
Berücksichtigung der Erhaltungsziele bei zukünftigen Planungen, insbesondere bei der Bauleitplanung, Straßen- und Wegebau; ggf. Verträglichkeitsprüfung. 

Freizeit/Erholung/Naturtourismus
Naturerleben vor der Tür, sanfte Naherholung ggf. keine Störung der Saatgansrastflächen im Winter.  


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