Unerwartete Schadstoffbelastungen

Nach der Sperrung der Salierbrücke haben die Arbeiten zur Ertüchtigung des Bauwerks planmäßig begonnen. Die ersten Wochen haben angenehme und weniger angenehme Erkenntnisse mit sich gebracht, die im weiteren Verlauf in das Bau- und Verkehrskonzept integriert werden sollen.

Schadstoffbelastung
 Beim Rückbau des südlichen Geh- und Radweges wurde eine unerwartet hohe Belastung des Kappenbetons vorgefunden. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Konzentration an Polychlorierten Biphenylen (PCB), deren Verwendung in Deutschland seit Jahrzehnten verboten ist. Diese wurden bisher überwiegend in Hochbauten vorgefunden, wo sie vor allem in Fugenfüllungen eingesetzt wurden. Da der Stoff in die Raumluft diffundieren kann, gelten besonders bei Innenräumen niedrige Grenzwerte.
 
In Ingenieurbauwerken wie Brücken war eine vergleichbare Belastung bisher unbekannt, ist nun jedoch bei den Rückbautechniken sowie der Entsorgung des Abbruchmaterials zu berücksichtigen. Aufgrund der Schadstoffbelastung lässt sich das vorgesehene Abbruchverfahren mittels Hochdruckwasserstrahlen nicht wie geplant durchführen. In enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den zuständigen Umwelt- und Arbeitsschutzbehörden werden derzeit verschiedene Lösungen zum Rückbau und zur Entsorgung des verunreinigten Betons untersucht. So soll zeitnah eine Wasserfilteranlage getestet werden, um das bei Hochdruckwasserstrahlen anfallende Wasser reinigen und so das ursprünglich vorgesehene Bauverfahren doch noch einsetzen zu können.
 
Um die Arbeiten nicht unterbrechen zu müssen, erfolgt derzeit ein Teilabbruch unter Vorschneiden und Herausheben größerer Betonstücke. Das Regierungspräsidium Karlsruhe geht davon aus, dass die daraus resultierenden Zeitverluste im Zuge der Gesamtmaßnahme kompensiert werden können.
 
Verkehrssituation
 Im Vorfeld der Maßnahme wurde mit den zuständigen Verkehrsbehörden und der Polizei beider Bundesländer vereinbart, die Verkehrssituation in den ersten Wochen nach der Brückensperrung zu beobachten und das gewählte Verkehrsführungskonzept zu überprüfen.
Hier lässt sich als erstes Fazit feststellen, dass das von Teilen der Öffentlichkeit befürchtete Verkehrschaos erfreulicherweise ausgeblieben ist. Die betroffenen Verkehrsteilnehmer haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt.
 
Aufgrund der gemachten Beobachtungen und Anregungen aus der Öffentlichkeit soll die Sperrung der Fahrbeziehung von Ludwigshafen in Richtung Baden-Württemberg im Kreuz Speyer versuchsweise aufgehoben werden. Es hat sich gezeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer aus Norden kommend nicht die ausgeschilderte Umleitung über die L 532 bei Schifferstadt nutzen, sondern an der Anschlussstelle Speyer-Nord von der B 9 abfahren, um sodann gleich in Fahrtrichtung Norden wieder auf die B 9 aufzufahren. Dabei kommt es im Berufsverkehr an der Überleitung von der B 9 auf die A 61 vermehrt zu Rückstaus.
 
Mit der Aufhebung der Sperrung im Kreuz Speyer, voraussichtlich ab 8. Februar 2019, soll hier eine Verbesserung erzielt werden. Das Regierungspräsidium Karlsruhe bittet alle Verkehrsteilnehmer, den verlängerten Beschleunigungsstreifen im Bereich der Überleitung von der B 9 auf die A 61 zu nutzen und erst später auf die A 61 zu wechseln. Dadurch kann eine flüssigere Verflechtung mit dem Verkehr auf der A 61 erreicht werden.
 
Pendlerparkplatz
 Weitere Verbesserungen sollen auch im Bereich des Pendlerparkplatzes auf badischer Seite vorgenommen werden. Nachdem im Vorfeld schwierig abzuschätzen war, wie groß der Bedarf an Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge sein würde, wurde der Parkplatz zunächst nur provisorisch befestigt. Jetzt hat sich gezeigt, dass die Dimensionierung dem Bedarf entspricht. In einem weiteren Schritt soll die Fläche nun asphaltiert werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich halbseitig durchgeführt, wodurch es zu kurzzeitigen Einschränkungen der Nutzung des Parkplatzes kommen kann.
 
Mit der Umsetzung dieser Maßnahme soll begonnen werden, sobald es die Witterung zulässt.
 
Für die unvermeidbaren Belastungen und Behinderungen bittet das Regierungspräsidium Karlsruhe die Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

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