23. „Tag der Natur“ in Hockenheim: Schwammstadt, Vogelstimmen und Nächte voller Leben

Katrin Elk und ihre Regenwurm-Box. (Bild: Lokale Agenda)

Mit einem hochaktuellen Thema startete am Freitag, den 8. Mai 2026, der 23. „Tag der Natur“ in Hockenheim: Wie können Städte und Gemeinden mit den Folgen des Klimawandels umgehen?

Diplom-Biologe Uwe Heidenreich führte in das Konzept der Schwammstadt ein – eine Stadtentwicklung, bei der Regenwasser vor Ort gehalten, genutzt und nur langsam in die Kanalisation abgegeben wird.

Am Samstag wurden die Inhalte praktisch vertieft. Rund 20 Teilnehmende begleiteten Heidenreich vom Teich an der Seebühne über das HÖP und den Kraichbach bis zu Kleingartenanlagen. Im Fokus standen Pflasterfugen, wellige Bodengestaltung und die Entsiegelung von Flächen.

Frühe Vögel und lebendige Landschaft

Der Sonntag begann um 6 Uhr mit einer Vogelexkursion. Rund 30 Gäste begleiteten die Vogelkundlerin Nicole Debon und konnten 36 Vogelarten beobachten oder hören.

Anschließend führte Diplom-Geograf Thomas Kuppinger unter dem Motto „Dünen, Inseln und ein alter Fluss“ durch die Landschaft rund um Hockenheim und erläuterte, wie Rhein und Nebenflüsse die Region geformt haben. Der Blick auf Namen wie „Biblis“ („vom Wasser umflossenes Land“) zeigte, wie stark historische Gewässer die Gemarkung geprägt haben.

Interesse an der „Forscher-Station“. (Bild: Lokale Agenda)

Artenvielfalt im Fokus

Am Sonntagnachmittag stand die Erfassung der in Hockenheim vorkommenden Tier- und Pflanzenarten im Mittelpunkt. Die Experten Dr. Dietrich Nährig, Dr. Karl-Friedrich Raqué und Diplom-Biologe Franz Auer bestimmten zahlreiche Arten, gaben kurze Impulsvorträge und boten spontane Führungen an.

Für Kinder gab es das „Heupferdchen“-Abzeichen, vorbereitet von Dr. Angela Moissl-Blanke. Ein weiterer Anziehungspunkt war die Regenwurm-Box von Katrin Elk: Bei einem Quiz konnten sich Kinder und Erwachsene ein „Glückswürmchen“ verdienen, liebevoll gefertigt von der Agenda-Gruppe „Kreative Nadeln“ und dem Team „Tag der Natur“.

Das vielfältige Programm sorgte bei Gästen und Organisationsteam für große Zufriedenheit – selten hatte der „Tag der Natur“ so viele Besucherinnen und Besucher.

Abschluss am 12. Juni

Ganz beendet ist der „Tag der Natur“ damit noch nicht: Am Freitag, den 12. Juni 2026, um 19:30 Uhr spricht Dr. Joachim Hegmann im Hoggema-Treff zum Thema „Natürlich schöne Gärten für Schmetterlinge, Wildbienen & Co.“ und zeigt, wie sich Gärten naturnah und zugleich attraktiv gestalten lassen.

Im Anschluss, ab ca. 21:45 Uhr, lädt Dr. Rolf Mörtter auf die Streuobstwiese bei Aldi ein. Bei einer „Lightshow“ mit Lichtsäule werden Nachtfalter und andere Schönheiten der Nacht angelockt. Die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, Taschenlampe, festes Schuhwerk, Insektenschutz sowie ggf. Klappstuhl oder Picknickdecke mitzubringen.

Mit dieser Nachtveranstaltung endet der 23. „Tag der Natur“. Die erfassten Arten werden in das Datennetzwerk der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) eingespeist. Nach einer Sommerpause beginnt das Organisationsteam mit den Planungen für das nächste Jahr und freut sich über neue Mitwirkende. Interessierte wenden sich an Elke Schollenberger, Stadtverwaltung Hockenheim (E-Mail: e.schollenberger@hockenheim.de).

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