Bauhof und Landwirte im konstruktiven Austausch
Konstruktiver Austausch und lösungsorientierter Dialog
Im ländlichen Raum ergeben sich zwischen Landwirten und dem Bauhof vielfältige gemeinsame Themen. Eine große gemeinsame Schnittmenge besteht beispielsweise im Bereich der Grabenpflege sowie im Bereich der Wirtschaftswege und deren Randbereiche. Um den direkten Austausch zu fördert, gegenseitiges Verständnis zu stärken und die Abstimmung bei gemeinsamen Themen zu erleichtern, lud der Hockenheimer Bauhof unter Leiter Paul Stumpf die Hockenheimer Landwirtinnen und Landwirte, den Biologe Uwe Heidenreich sowie Katrin Naumann vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar (kurz LEV) kürzlich zu einem gemeinsamen Termin ein.
„Ich finde es wichtig und richtig, dass unser Bauhof und unsere Hockenheimer Landwirtschaftsbetriebe nicht nur in einem konstruktiven Austausch stehen, sondern auch an einem Strang ziehen. Gute Zusammenarbeit bringt für alle Beteiligten einen großen Mehrwert, fördert das gegenseitige Verständnis und erleichtert die Lösungsfindung im direkten Dialog“, lobt Oberbürgermeister Marcus Zeitler.
Kernthema der Zusammenkunft waren die Grabenpflege, Wege- und Bankettunterhaltung sowie Biber auf der Hockenheimer Gemarkung. Ein Bankett ist der seitliche Randstreifen neben einer Straße oder einem Weg. Es stabilisiert die Wegekante, unterstützt den Wasserabfluss und bildet den Übergang zur angrenzenden Fläche, etwa zu einem Acker oder Graben. Gerade bei Wirtschaftswegen ist ein intaktes Bankett wichtig, damit die Wegränder auch bei starker Belastung durch Fahrzeuge nicht beschädigt werden. Eine verlässliche Pflege der Gräben ist wichtig, damit Niederschlagswasser geordnet abfließen kann und landwirtschaftliche Flächen ebenso wie Wege und Randbereiche funktionsfähig bleiben. Umgekehrt sind gut unterhaltene Wege und Bankette eine wichtige Voraussetzung für die Bewirtschaftung der Flächen und die dauerhafte Nutzung der ländlichen Infrastruktur. Schäden oder Versäumnisse in einem Bereich wirken sich deshalb häufig auch auf andere Bereiche aus.
So wurde unter anderem die Instandhaltung der Wirtschaftswege thematisiert. Auf Hockenheimer Gemarkung sind insgesamt rund 93 Kilometer Wirtschaftswege verzeichnet, deren Instanthaltung sowohl für Landwirte als auch Bauhof mit einem von großem Mehrwert, jedoch auch viel Arbeit einhergehen. Auch über das regelmäßige mulchen der Bankette wurde gesprochen. Mulchen von Banketten bezeichnet die Pflege von Straßenbanketten beziehungsweise Seitenstreifen, bei der Gras und Aufwuchs gemäht, zerkleinert und in der Regel auf der Fläche belassen werden. Dadurch bleiben die Bankette verkehrssicher, gepflegt und der Bewuchs wird kontrolliert. Im Laufe des Gesprächs wurden verschiedene Hürden bei den Arbeiten beleuchtet und Lösungsansätze erarbeitet.
Der gemeinsame Termin schaffte die Möglichkeit, praktische Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen und Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse zu fördern. Im Fokus stand vor allem eine konstruktive Lösungsfindung – und dass möglichst pragmatisch und flexibel, um auf die aktuellen Gegebenheiten vor Ort reagieren zu können.
„Ich denke ich spreche für uns alle, wenn ich sage, hier sitzen lauter Pragmatiker am Tisch. Unser aller Ziel ist, gute Arbeit im Einklang mit der Natur und Umgebung zu liefern. Wer in unseren Bereichen arbeitet weiß, die Natur hält sich nicht an unsere Pläne. Oft müssen wir kurzfristig umplanen und uns an die aktuellen Gegebenheiten anpassen. Eine praktische Einschätzung vor Ort schlägt die theoretische Planung immer. Vielen Dank an mein Team und die Hockenheimer Landwirtinnen und Landwirte für den stets konstruktiven, lösungsorientierten Dialog“, so Bauhofleiter Paul Stumpf.
Darüber hinaus wurde auch über die Biber gesprochen, die sich seit einiger Zeit im Raum Hockenheim ansässig sind. Der Biber stellt Landwirte und die Stadt vor die Herausforderung, Naturschutz, Verkehrssicherheit und Gewässerunterhaltung im Blick zu behalten. Der geschützte Lebensraum des Bibers muss berücksichtigt werden, zugleich besteht die Aufgabe darin, mögliche Schäden oder Nutzungskonflikte möglichst verträglich zu lösen.
Im Anschluss an den produktiven Austausch übernahm Katrin Naumann vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar das Wort und referierte über deren Aufgaben und Projekte. Unter anderem wurde über einen gemeinsamen Termin der Stadtverwaltung und des LEV informiert. Am 10. Oktober 2026 Gemeinsam laden die Stadt und die LEV interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Landschaftspflegetag im Hockenheimer Rheinbogen ein. Dabei werden kleinere Gehölze in Schilfbereichen von Hand zurückgeschnitten, um geschützte Lebensräume zu erhalten. Treffpunkt ist um 9:30 Uhr an der Grillhütte Muldhäuschen. Für die weitere Planung und Organisation des Landschaftspflegetages ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte wenden Sie sich dafür oder bei Fragen bis zum 06.10.2026 an Frau Naumann vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar e.V. (Tel.: 06221 – 522 5393 oder E-Mail: Katrin.Naumann-LEV@rhein-neckar-kreis.de).














